Der häufigste Grund: deine Website beantwortet keine einzige Suchanfrage. Kunden suchen "Leistung plus Ort", zum Beispiel "Heizung erneuern Sinzig". Wenn deine Seite nur eine Startseite mit "Willkommen bei Mustermann GmbH" hat, gibt es für Google schlicht nichts zu finden.
Dazu kommen meist ein halb leeres Google-Unternehmensprofil und eine Handvoll alter Bewertungen. Nichts davon ist ein Google-Geheimnis, und nichts davon braucht Werbebudget. In diesem Artikel gehst du die Ursachen der Reihe nach durch und prüfst am Ende selbst, wo dein Betrieb steht.
Wie sucht ein Kunde überhaupt nach einem Handwerker?
Fast immer nach dem gleichen Muster: ein Problem, eine Leistung, ein Ort. "Wasserhahn tropft wer hilft", "Badsanierung Kosten", "Elektriker Remagen Notdienst". Der Kunde sucht nicht deinen Firmennamen, denn den kennt er noch nicht. Er sucht sein Problem.
Die Suche passiert auf dem Handy, oft abends auf dem Sofa. Der Kunde schaut auf die ersten Ergebnisse: die Kartenkacheln mit den Unternehmensprofilen, darunter die normalen Treffer. Er klickt zwei, drei Ergebnisse an, vergleicht kurz und schreibt die Betriebe an, die einen brauchbaren Eindruck machen. Wie es danach weitergeht, ist ein eigenes Thema: dann entscheidet die Antwortgeschwindigkeit.
Für dich heißt das: du wirst gefunden, wenn deine Website und dein Profil die Sprache dieser Suchen sprechen. Nicht "Willkommen", sondern "Badsanierung in Sinzig und Umgebung".
Warum reicht eine schöne Startseite nicht?
Weil eine Startseite auf keine konkrete Suche passt. Google zeigt zu einer Suchanfrage die Seite, die sie am besten beantwortet. Zur Suche "Heizung erneuern Sinzig" gewinnt eine Seite, auf der genau das steht: was eine Heizungserneuerung umfasst, wie der Ablauf ist, in welchem Gebiet du arbeitest. Eine Startseite, die alles kurz anreißt, verliert gegen jede Seite, die eine Sache richtig behandelt.
Deshalb brauchst du je wichtiger Leistung eine eigene Unterseite: Heizung, Bad, Sanitär-Notdienst, was immer dein Kerngeschäft ist. Nicht zwanzig dünne Seiten, sondern drei bis sechs gute. Jede beantwortet die Fragen, die ein Kunde vor der Anfrage hat, und endet mit einer Möglichkeit, dich zu erreichen.
Der zweite Klassiker: die Website ist technisch da, aber praktisch unsichtbar. Uralte Baukasten-Seiten, Seiten ohne Handy-Darstellung, quälend langsame Seiten. Auch das drückt dich nach hinten, denn Google bewertet, ob Besucher mit einer Seite zurechtkommen. Wenn deine Seite auf dem Handy erst nach vielen Sekunden lesbar ist, ist der Kunde weg, und Google merkt sich das.
Welche Rolle spielt das Google-Unternehmensprofil?
Für lokale Suchen die wichtigste. Die Kartenkacheln mit Profilen stehen bei Suchen wie "Elektriker in der Nähe" ganz oben, oft vor allen Websites. Ein gepflegtes Profil ist der schnellste Sichtbarkeits-Hebel, den ein Handwerksbetrieb hat, und er kostet nichts außer Zeit.
Gepflegt heißt: richtige Kategorie, vollständige Leistungen, echte Fotos von Baustellen und Team statt Logo auf grauem Grund, aktuelle Öffnungszeiten, dein Einzugsgebiet. Und ein Link auf deine Website, der auf die passende Seite führt.
Der häufigste Fehler ist das Profil, das einmal angelegt und nie wieder angefasst wurde. Alte Telefonnummer, keine Fotos, drei Bewertungen aus dem Gründungsjahr. Ein Kunde, der zwischen zwei Betrieben schwankt, entscheidet an dieser Stelle in Sekunden, und zwar gegen das leere Profil.
Warum sind Bewertungen so entscheidend?
Weil dein Kunde dir nicht glaubt, sondern deinen bisherigen Kunden. Handwerker-Aufträge sind Vertrauenssache: der Betrieb kommt ins Haus, die Summen sind vierstellig, Pfusch ist teuer. Bewertungen sind der Ersatz für die Empfehlung vom Nachbarn, wenn der Nachbar gerade keinen kennt.
Für die Sichtbarkeit zählen sie doppelt. Google sortiert die Kartenkacheln auch nach Menge, Aktualität und Note der Bewertungen. Und der Kunde selbst filtert damit: zwischen einem Betrieb mit vielen aktuellen Bewertungen und einem mit vier Sternen von vor fünf Jahren ist die Wahl schnell getroffen.
Der Weg zu Bewertungen ist unbequem, aber simpel: fragen, und zwar im richtigen Moment. Direkt nach der Abnahme, wenn der Kunde zufrieden ist, mit einem direkten Link zum Bewertungsformular. Das lässt sich sogar in die automatische Nachbetreuung einbauen, damit es nicht an deinem Gedächtnis hängt.
Wie prüfst du selbst, wo dein Betrieb steht?
Nimm dir zehn Minuten und dein Handy, nicht den Büro-PC. Suche so, wie dein Kunde sucht: drei deiner wichtigsten Leistungen, je einmal mit deinem Ort und einmal mit dem Nachbarort. Nutze ein privates Browserfenster, damit Google dir nicht schmeichelt, weil es dich kennt.
Dann beantworte vier Fragen ehrlich. Taucht dein Unternehmensprofil in den Kartenkacheln auf? Taucht deine Website in den ersten Ergebnissen auf? Wenn ja, mit welcher Seite, und passt die zur Suche? Und wie sieht dein Auftritt neben den Wettbewerbern aus, die dort stehen?
Meistens zeigt dieser Test in zehn Minuten mehr als jedes Agentur-Versprechen. Entweder du bist unsichtbar, dann weißt du jetzt warum: keine passenden Seiten, leeres Profil, wenige Bewertungen. Oder du bist sichtbar, aber die Anfragen bleiben trotzdem aus, dann liegt das Problem hinter dem Klick, auf der Website selbst oder in der Zeit zwischen Anfrage und Antwort.
Häufige Fragen zur Sichtbarkeit bei Google
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